Ob in der Natur, als Bonsai oder als Solitär im Garten. Der Duft, der entsteht, wenn die Sommersonne das Harz im Holz erwärmt, die Farbe ihrer Nadeln und ihre knorrigen Formen sind pure botanische Poesie. Zeit, die Welt der Pinus näher kennenzulernen.
O Tannenbaum
Die Pinus ist der wahre Tannenbaum. O Tannenbaum ist ein traditionelles deutsches Lied aus dem 16. Jahrhundert, das weltweit als Weihnachtslied bekannt wurde. Ursprünglich geht es jedoch gar nicht um Weihnachten, sondern um Treue und Beständigkeit – mit dem Nadelbaum als Symbol. Lies diese Rubrik und du verstehst, warum die Pinus die ideale Metapher für Standhaftigkeit ist.
Pinus ist ein langlebiger Baum mit Weitblick: Langsames Wachstum in jungen Jahren bildet die Grundlage für ein langes und gesundes Leben.
Langsam – aber mit gutem Grund
Beliebte Arten wie Pinus mugo, parviflora und densiflora wachsen nur langsam. Warum? Viele Pinus-Arten haben sich an nährstoffarme Böden angepasst. Sie investieren zunächst mehr in die Wurzelentwicklung als in das Wachstum oberhalb des Bodens, um Wasser und Nährstoffe effizient aufnehmen zu können. Das bedeutet, dass sie in den ersten Jahren nur sehr langsam wachsen.
Zudem führt das langsame Wachstum zu hartem, harzreichem Holz – das macht den Baum widerstandsfähiger gegen Krankheiten, Insekten und sogar Feuer.
Die ältesten Bäume der Welt sind Pinus-Bäume. Ein Bestand von Pinus longaeva in Kalifornien ist über 4.800 Jahre alt – und lebt noch! Das heißt: Manche Nadelbäume lebten bereits vor dem Bau der Pyramiden.
Dennen kommunizieren… durch Duft!
Wird eine Pinus von Insekten angegriffen, setzt sie Duftstoffe frei, die benachbarte Bäume „warnen“. Diese aktivieren dann frühzeitig ihre Abwehrmechanismen.
Welche „Waffen“ werden eingesetzt?
Der Baum erhöht seine Harzproduktion – eine klebrige Substanz, die Insekten einfängt und festsetzt. Harz enthält zudem Stoffe, die schädliche Pilze abtöten und weitere Infektionen verhindern. Außerdem stößt der Baum flüchtige organische Verbindungen aus, die natürliche Feinde der Angreifer anlocken.
Feuer als Verbündeter
Waldbrände sind seit Millionen Jahren eine große Gefahr für Bäume. Doch clevere Pinus-Arten wie Pinus rigida und Pinus palustris haben daraus eine Überlebensstrategie gemacht. Mit einer dicken, feuerresistenten Rinde und Ästen, die erst in großer Höhe ansetzen, überleben sie Brände. Danach öffnen sich ihre Zapfen, um Samen im nährstoffreichen Ascheboden zu verteilen.
Pinus mugo ‘Mops’ ist eine langsam wachsende Zwergform.
Pflegeleicht. Bleibt ohne Schnitt schön rund. Wächst nur 3–5 cm pro Jahr. Landschaftlich sehr stark einsetzbar.
Pinus sylvestris dagegen ist ein schnell wachsender Nadelbaum. Für größere Gärten ist er ein beeindruckender Solitär. Mit einem Zuwachs von ca. 40–50 cm pro Jahr entwickelt er sich zu einem malerischen Baum mit orangefarbener Rinde und einer eleganten Krone aus blaugrünen Nadeln.
Pflegetipps
Pinus ist eine robuste, pflegeleichte Gartenpflanze, solange sie genug Sonne und einen gut durchlässigen Boden bekommt.
Pflanze sie an einen sonnigen Standort
Vermeide schwere Lehmböden – durchlässiger Sandboden ist ideal
Junge Bäume bei Trockenheit regelmäßig gießen
Nicht düngen
Das solltest du dir merken:
Pinus ist deine treueste Gartenpflanze.
Ganzjährig bringt sie Farbe und Charakter in deinen Garten. Sie ist darauf ausgelegt, sehr alt zu werden – und ist dafür bestens ausgestattet. Für dich bedeutet das: kaum Pflegeaufwand.